“Was bringt mir Vista mit Service Pack 1?” und “Sollte ich mit der Installation noch warten?” sind wohl die häufigsten Fragen, die ich von Kunden und Freunden in den letzten Tagen zu hören bekomme. Obwohl keine großen Neuerungen versprochen wurden: Die Leute sind heiß auf Service Pack 1.
Das neue Service Pack bringt in erster Linie Stabilität und Performance und kann für 32 Bit (ca. 434 MB) oder 64 Bit (ca. 726 MB) direkt bei Microsoft heruntergeladen werden. Über die automatischen Updates, bei denen nur die für das System relevante Daten übertragen werden, fällt die Datenmenge mit ca. 70 MB (32 Bit) und ca. 130 MB (64 Bit) allerdings erheblich geringer aus. Das Service Pack wird in den automatischen Updates ubrigens nicht angezeigt, wenn Software installiert ist, zu der bereits Probleme in Kombination mit dem Service Pack bekannt sind.
Die wichtigsten neuen Features sind aus meiner Sicht die fogenden:
- Alle vor SP1-Veröffentlichung erschienenen Sicherheitspatches sind enthalten
- Bitlocker kann nun auch andere Partitionen als die Boot-Partition verschlüsseln
- Die Verschlüsselung wird durch neue Methoden der Zufallszahl-Generierung verbessert
- Bessere Unterstützung des “Hot-Patchings”, wodurch in Zukunft weniger Neustarts bei Updates nötig sind
- Die Installation eines 64-Bit-Systems von einem 32-Bit-System, z.B. WinPE, ist nun möglich, wodurch in Unternehmensnetzwerken ab sofort ein Installations-Image für beide Versionen ausreicht
Weiterhin wurde an der Performance gefeilt, was sich besonders beim Booten, Herunterfahren und Kopiervorgängen bemerkbar macht.

Diese Meldung ist übigens nur auf den ersten Blick lustig: Sie sollten für die Installation wirklich 1-2 Stunden einplanen…
Bei der Installation des Service Packs habe ich mehrere Stolptersteine ausgemacht, die Sie beachten sollten:
- Es muss genügendFestplattenspeicher frei sein, der zumindest temporär genutzt wird:
- 5,5 GB bei 32 Bit
- 8 GB bei 64 Bit
- “nur” 1,5 GB bei beiden Versionen, wenn die über die automatischen Updates installiert werden
- Einige Treiber führen zu Problemen bei oder nach der Installation. Aktualisieren Sie diese Treiber. Eine Liste der problematischen Treiber gibt es bei Microsoft.
- Auch Schutzsoftware, wie z.B. Virenscanner und Firewalls sollten Sie auf den neuesten Stand bringen. Da diese eng mit dem Betriebssystem zusammenarbeiten, können auch hier ansonsten Probleme entstehen.
Besonders bedauerlich für Unternehmen: “Slipstreaming” ist nicht vorgesehen!
Bisher war es z.B. bei Windows XP möglich, über den Parameter “/integrate” das Service Pack in eine vorhandene Installations-CD zu integrieren, um sich die nachträgliche Installation zu ersparen. Dies ist bei Vistas erstem Service Pack Microsoft vorbehalten. Zwar können Sie mit dem Parameter “-x” die .cap-Dateien extrahieren und z.B. über VLite in eine Installations-DVD einbinden, steht dann aber bei Problemen alleine dar - not supportet by Microsoft…
Vor der Verwendung des Service Packs auf Ihrem Produktivsystem, sollten Sie es auf einem identisch konfigurierten Testsystem, z.B. in einer virtuellen Machine, auf die Kompatibilität mit Ihrer restlichen Software prüfen.
Fazit: Vistas Service Pack lohnt sich alleine schon durch die Geschwindigkeitsvorteile. Wenn Sie vor der Installation die Stolperfallen beseitigen, steht dem erfolgreichen Einsatz des Service Packs nichts im Wege.